Hautnah an Steinacher Sorgen
Steinach. Zwei drängende Probleme beherrschten die Arbeitssitzung in Steinach mit Landesumweltministerin Tanja Gönner und Staatsminister Helmut Rau: der schlechte Straßenzustand der L 103 und der Hochwasserschutz. »Ich möchte Sie für unsere Sorgen und Nöte sensibilisieren«, schickte Bürgermeister Frank Edelmann beim Treffen mit den CDU-Politikern am Sonntag im Rahmen des Welschensteinacher Dorffests voraus. Auf den Ausbau der L 103 Steinach–Welschensteinach wartet die Gemeinde seit 35 Jahren. Die ursprüngliche, schnurgerade durchs Tal führende Variante, die viel Landschaft verbraucht hätte, wurde mittlerweile verworfen und der Ausbau auf der bestehenden Trasse anvisiert, wofür sich Edelmann Schützenhilfe der Ministerin erhofft.
Den Ausbau der Ortsdurchfahrt von der Bahnunterführung bis zum Campingplatz hat das Land bereits planfestgestellt, den Ausbau der freien Strecke sieht die Gemeinde aber als wesentlich dringender an. »Wenn der Mindestabstand zum Bach eingehalten werden muss, funktioniert der Ausbau nicht, dann ist wieder ein Eingriff in die offene Fläche nötig«, betonte der Bürgermeister.
Seit zwei Jahren ist auch für die Gemeinde Steinach der Hochwasserschutz in den Fokus gerückt. Die Ortslage ist nur gegen ein zweijährliches Unwetter gerüstet, wie die Konzeption vom Büro »Wald und Corbe« ergab. Drei Varianten zum Schutz vor bis zu 50-jährlichen Ereignissen werden derzeit beim Land einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen, deren Ergebnis über die Umsetzung entscheiden wird. »Je nach Ausführung werden wir zwischen dreieinhalb und sieben Millionen Euro verbauen«, gab Edelmann einen Ausblick und hoffte auch hier auf die Unterstützung des Landes.
Tanja Gönner wusste um die Schwierigkeit des Hochwasserschutzes aufgrund der topografischen Lage, betonte das gute Miteinander zwischen der Gemeinde und dem Regierungspräsidium und sah die Kosten-Nutzen-Analyse auch als entscheidendes Kriterium für das weitere Vorgehen. »Die L 103 wird uns noch einige Zeit beschäftigen. Ich nehme Ihre Anregungen mit, ohne zu garantieren, dass es so funktionieren wird«, erklärte die Ministerin im Rathaus.
Während der anschließenden Fahrt nach Welschensteinach machten sich Tanja Gönner und Helmut Rau bei hochsommerlichen Temperaturen selbst ein Bild vom Straßenzustand, dem vorteilhaften Ausbau auf der bestehenden Trasse und dem einzig sinnvollen Standort für ein Rückhaltebecken. Auf dem Welschensteinacher Dorffest betonte die Ministerin dann: »Es ist nicht schlecht, wenn man sich Probleme vor Ort ansieht.« Sie gratulierte den Vereinen zu dem guten Miteinander und dem gelungenen Fest.
Von Christine Störr, SCHWABO

