Wallburger feiern mit Straßenfest ihre neue Dorfmitte.
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Steuerte zur Einweihung der Dorfmitte ein Platzkonzert bei: Die Musikkapelle Wallburg unter der Leitung von Christian Ambs. Foto: Ulrike Hiller
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Keine Einweihung ohne Bandzeremonie (von links): Ingenieur Jürgen Rauer, Bürgermeister Bruno Metz, Staatsminister Helmut Rau, Ortsvorsteher Manfred Schöpf und Tiefbauchef im Rathaus Udo Schneider. Foto: Hiller
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Freude über das neue Dorfzentrum auch bei den Kindergartenkindern. Foto: Ulrike Hiller
ETTENHEIM-WALLBURG. Am Ende strahlen sie alle um die Wette: Wallburgerinnen und Wallburger, Kommunalpolitiker, die Spitzen der Verwaltung, Ingenieure, Bauarbeiter – und die Sonne. Mit einem Straßenfest wurde gestern der Abschluss der Arbeiten für die neu gestaltete Dorfmitte in Wallburg gefeiert. Fast auf den Tag genau ein Jahr waren Friedhof-, Orts- und Hinterdorfstraße eine Großbaustelle mitten im Ort, gehörten Staub, Lärm, Dreck und Umleitungen zum Dorfalltag, lagen mehr als einmal die Nerven der Anwohner blank. Gestern war alles wieder blitzeblank als hätte es eine Baustelle "Dorfmitte" nie gegeben.
Ortsvorsteher Manfred Schöpf erlag gestern am späten Vormittag erst gar nicht der Versuchung, die vergangenen zwölf Monate schön zu reden. Denn für die meisten der etwa 200 Besucher auf dem neu geschaffenen Platz zwischen Kirche und "Linde" waren die Strapazen der Bauzeit noch Thema an den Tischen. Für sie hatte er indes sogleich ein Bonbon parat: Wer sich auf der Ortsverwaltung meldet, darf auf Kosten der Stadt im Gasthaus Linde zu Mittag essen." Doch der erste Mann im Dorf machte in seiner Begrüßung auch deutlich, dass es aus seiner Sicht zu dem aufwendigen Projekt, das die Stadt rund eine Million Euro gekostet hatte – wovon 131 000 Euro aus dem sogenannten ELR-Förderprogramm (Entwicklungskonzept ländlicher Raum) des Landes mitfinanziert wurden – keine Alternative gegeben habe. Denn die Mischwasserkanalisation im Dorfzentrum war schadhaft und bei Sturzregen nicht mehr in der Lage, die Wassermassen zu fassen. Es fehlten überdies sichere Gehwege und der Straßenbelag war brüchig und in schlechtem Zustand.
"Seit Beginn meiner Amtszeit habe ich die Klagen von Manfred Schöpf in den Ohren, die Straßen in Wallburg seien die miserabelsten in der Stadt", erinnerte sich auch Bürgermeister Bruno Metz an die gebetsmühlenartigen Einwürfe des Wallburger Ortsvorstehers in den Haushaltsdebatten des Gemeinderats. Dass es Wallburg allerdings nicht nur an schönem Asphalt, sondern auch an einem gestalteten Mittelpunkt in der Achse Festhalle und Kirche mangelt, hatte sich beim Bürgermeister überdies als Eindruck und Aufgabe zugleich festgesetzt. "Es ging in Wallburg nicht nur darum, eine nicht mehr leistungsfähige Kanalisation zu sanieren oder Schlaglöcher zu schließen, sondern auch darum, öffentlichen Raum zu gestalten", sagte der Bürgermeister.
Metz unterstrich indes auch, dass mit der Sanierung der Kanalisation und der Umwandlung von Mischsystem in ein Trennsystem ein wichtiger Beitrag für den Umweltschutz geleistet und überdies auch Kosten eingespart werde, weil das Regenwasser künftig nicht mehr in der Kläranlage ankommt und dort aufbereitet werden muss, sondern in den Seltenbach abfließen könne.
Dass die Arbeiten letztlich länger gedauert hatten als erwartet und den Anliegern beim Buddeln des ersten Loches am 3. Juni des vergangenen Jahres versprochen wurde, war dem strengen Winter geschuldet, der beinahe zehn Wochen die Baustelle lahm gelegt hatte. Metz lobte in diesem Zusammenhang nicht nur die Geduld der Einwohner, die, wie an der Wallburger Fasent auch für ihn zu spüren war, stets zwischen Frust und Komik hin undher gerissen schienen. Er erinnerte überdies auch an die intensive Zusammenarbeit im Arbeitskreis Dorfmittelpunkt, in dem die Wallburger gemeinsam mit Holger Fischer vom gleichnamigen Freiburger Planungsbüro an Konzepten für die Straßen- und Platzgestaltung mit zwei Dorfbrunnen mitgewirkt hatten.
Letzteres ist nun der Teil des Projektes, an dem sich die Dorfbewohner künftig tag-ein und tagaus erfreuen dürfen. Von diesem positiven Effekt sprach auch Staatsminister Helmut Rau in seinem Grußwort, wobei er zugleich auch daran erinnerte, dass die Verantwortlichen im Rathaus und in den Planungsbüros jetzt auch ein wenig traurig sein werden, denn große Teile ihrer Arbeit und das meiste des eingesetzten Geldes würde jetzt unter Pflastersteinen und neuen Asphalt verborgen liegen.
Über Verborgenes und über Monate bewegtes und verbautes Material informierte der Tiefbauchef im Rathaus Udo Schneider (siehe auch Infobox). Auch er lobte das Zusammenspiel aller beteiligten Planer und Firmen und die Geduld der Anwohner wie auch den Einsatz von Ortsvorsteher Manfred Schöpf. Das Bauteam habe in den vergangenen zwölf Monaten indes weit mehr Probleme zu lösen gehabt, als den zehnwöchigen Baustopp wegen des frostigen Winters. Beispielsweise sei bei den Arbeiten im Untergrund unerwartet ein riesiger, zwei bis drei Tonnen schwerer und ein Kubikmeter großer Sandsteinfindling in die Quere gekommen. Dieser sei nur mit schwerem Baugerät beiseite zu räumen gewesen.
Der tonnenschwere Findling befindet sich inzwischen übrigens an der Wallburger Hütte. Er soll einmal Unterlage für eine Inschrift mit Information zum Ort und zur Hütte werden, erklärte Manfred Schöpf der BZ.
Infoboxbox: SANIERUNG DORFMITTE WALLBURG
Insgesamt wurden in das Projekt 1 010 750 Euro investiert. Zuschuss des Landes aus ELR-Förderprogramm in Höhe von 131 300 Euro.
Kanalsanierung in Friedhof-, Orts- und Hinterdorfstraße: Verlegt wurden 550 Meter Stahlbetonrohre als Trennsystem. Zugleich wurde sämtliche angrenzenden Grundstücke in Orts- und Hinterdorfstraße mit neuen Hausanschlüssen versehen. Auch die Wasserversorgung wurde auf einer Lange von 150 Metern in der Friedhofstraße erneuert und in der Ortsstraße umgelegt. Insgesamt wurden 3000 Kubikmeter Aushubmaterial bewegt und 1300 Kubikmeter Kiessand und 450 Kubikmeter Frostschutzmaterial verbaut. Gesamtkosten 585750 Euro.
Straßenneugestaltung: 1100 Kubikmeter Aushub wurden bewegt, 1300 Quadratmeter neuer Asphalt aufgetragen und 1900 Quadratmeter Pflastersteine verlegt. Gesamtkosten 42500 Euro (Zuschuss Land aus ELR-Programm: 131300 Euro).
Insgesamt wurden 400 LKW-Ladungen Aushub aus Wallburg wegbefördert beziehungsweise als Einbaumaterial reingebracht.
Nächster Bauabschnitt (Vom Ortschaftsrat noch zu beantragen): Teilstück Oberdorfstraße/Ecke Ortststraße bis zum Rathaus, ca, 150 Meter Kostenpunkt: 330 000 Euro.

