Presse
30.07.2010, 20:00 Uhr
100 Jahre - Feier mit junger Musik
Helmut Rau MdL Minister im Staatsministerum überreicht dem MGV Altdorf die Zeltplakete
Die Landesehrennadel überreichte Helmut Rau an Franz Weber und Hubert Burg

100 Jahre – Feier mit junger Musik

Hohe Ehrungen beim Festbankett des MGV Altdorf.

  1. Bernhard Neumaier nahm für den MGV Altdorf von Helmut Rau die Zelterplakette entgegen. Foto: Herbert Birkle

  2. Die Landesehrennadel überreichte Helmut Rau an Franz Weber (links) und Hubert Burg (rechts). Foto: Herbert Birkle

  3. Heiter und mit modernen Liedern beim Festbankett – der MGV Altdorf und Münchweier Foto: herbert birkle

  4. Bernhard Neumaier nahm für den MGV Altdorf von Helmut Rau die Zelterplakette entgegen. Foto: Herbert Birkle

  5. Die Landesehrennadel überreichte Helmut Rau an Franz Weber (links) und Hubert Burg (rechts). Foto: Herbert Birkle

ETTENHEIM-ALTDORF. Großer Bahnhof beim Männergesangverein Altdorf zum 100. Jubiläum. Mit einer Zeitreise durch ein Jahrhundert Chormusik gelang dem Verein beim Festbankett ein perfekter Einstieg in das Festwochenende. Bei der Feierstunde bekam er durch Staatsminister Helmut Rau zum Geburtstag und für die Verdienste um die deutsche Chormusik die Zelterplakette des Bundespräsidenten verliehen. Weitere Ehrungen sowie ein musikalisches Programm kamen hinzu.

Mit witzigen, zauberhaften aber auch philosophischen Momenten führte Reinhard Tröstler durchs Programm. Die Gäste staunten beim Betreten der Halle. Nach einer Idee von Inge und Johannes Huber präsentierte sich die betagte Münchgrundhalle einmal anderes: Birken und hölzerne Noten wuchsen scheinbar von der Hallendecke, grün-weiße Bänder verkleideten die Wände. Mitgeholfen bei der Dekoration hatten Vereinsmitglied und Holzkünstler Konrad Henninger. "Der MGV steht dieses Wochenende Kopf und wir wollen unsere Gäste mit der besonderen Hallendeko daran teilhaben lassen", hob Vorsitzender Bernhard Neumaier bei der Begrüßung hervorAuch Dirigent Alfred Wagner hatte bei der Zusammenstellung des musikalischen Programms ein gutes Händchen. Nur das Jubiläumsalter des Vereins stand für die Tradition der Sangeskunst, doch das präsentierte Liedgut stammte von modernen wie auch zeitgenössisch ausgerichteten Arrangeuren. Geradezu prädestiniert für einen neuen Zeitgeist der Chorliteratur war auch der Chor der Altdorfer Grundschule. Er begeisterte mit fröhlichem Gesang, mit Rhythmus und den Orff’schen Instrumenten und präsentierte sogar einen Deutsch-Rap.

"Ein Kraftzentrum des

kulturellen Lebens im Ort"

Staatsminister Helmut Rau
Die Ohrwürmer der legendären Comedian Harmonists intonierte die Chorgemeinschaft Münchweier und Altdorf, wobei Dirigent Wagner bei "der schönen Klara" auch Stimme bewies. Unterstützung am Dirigentenpult bekam er von Dirigentin Silvia Ruf vom MGV Münchweier.

Als der Männergesangverein Altdorf am 10. Dezember 1910 gegründet wurde, brauchte es einen fürsorglichen Paten. Diese Aufgabe übernahm der MGV Ettenheim. "Trotz der berüchtigten Brünnelinsgraben-Grenze und den historischen Spitzfindigkeiten zwischen unseren Gemeinden, war die Beziehung zu unserem Paten immer sehr innig", erzählte Neumaier. Selbstverständlich, dass der Patenchor seinem Patenkind zum großen Jubiläum die musikalische Aufwartung machte. Ob mit "Tulpen aus Amsterdam" , dem "Mitternachtsblues" und gesanglichen Kostbarkeiten mehr – die Altdorfer freuten sich über diese Grüße aus der Rohanstadt. Dirigiert wurde der gemischte Chor von Ottilie Sackmann. Monatelang hatte er geprobt, beim Festbankett kam es zum sehr gelungenen Debüt. Der Projektchor des MGV unter Leitung von Karen Hahn wartete stilecht gekleidet mit Welthits der Beatles, von Abba und Dschingis Khan auf. Höhepunkt Hierbei: das Defilee der Gruppe durch die Halle zu "Yellow Submarine", angeführt von Saxophon-Leaderin Karen Hahn. Reinhard Hahn begleitete die Gruppe am Klavier. Der gemischte Chor des MGV Altdorf, gehandicapt durch das Fehlen von Chormitgliedern, bezauberte mit Melodien aus "My fair Lady" unter der Leitung von Alfred Wagner. Mit dem gemeinsam gesungenen "Oh happy day" setzten die Chöre aus Altdorf und Ettenheim einen weiteren Höhepunkt und den Schlusspunkt – Jasmin Nopper aus Ringsheim war hierfür als Gospelsolisten gewonnen worden. Mit Ausnahme des Projektchors begleitete Mathias Burg alle Chöre am Klavier.

Grußworte an den Jubiläumsverein überbrachten der Präsident des Ortenauer Sängerbundes, Volker Wielandt sowie Franz Beile (MGV Münchweier) und Ursula Ebert (MGV Ettenheim). Die Festansprache hielt Bürgermeister Bruno Metz. Er wies auf die hohe gesellschaftliche Kompetenz des "wichtigen Altdorfer Kulturträgers" hin. "Den Vereinsfunktionären der Gegenwart und Vergangenheit gebührt unser aller Dank", betonte Metz. Dem Dank schlossen sich Ortsvorsteher Michael Biehler und von der Vereinsgemeinschaft Willi Zehnle an.

Bei der Übergabe der Zelterplakette bezeichnete Staatsminister Helmut Rau den Verein als "Kraftzentrum des kulturellen Lebens im Ort". Für den Verein spreche, dass er mit der Theatergruppe, den Roßbachhexen, der Schulkooperation und dem gemischten Chor sowie dem Projektchor sehr breit aufgestellt sei und deshalb eine gute Zukunft habe.

Zudem überreichte Rau Hubert Burg und Franz Weber die Ehrennadel des Landes. Hubert Burg bringt sich seit knapp 40 Jahren im Vorstand der Sänger ein. Darüber hinaus hat er Funktionen beim Handharmonika-Spielring Ettenheim inne und ist Vorsitzender des Kirchenchors Altdorf. Franz Weber war 25 Jahre zweiter Vorsitzender der TG Altdorf und Mitinitiator bei der Gründung der Handballabteilung. Beide Geehrten zeichnet zudem ein großes handwerkliches Geschick aus, das die Vereine bestens einzusetzen wissen.
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